Neue Tiktok-Challenge macht sich über Behinderte lustig

  • Auf der Plattform Tiktok geht erneut eine fragwürdige Challenge um.
  • Darin machen sich Eltern über behinderte Menschen lustig.
  • Aktivistinnen zeigen sich entsetzt.

New York. Eine neue fragwürdige Challenge macht seit ein paar Tagen auf der Plattform Tiktok die Runde. In der “New Teacher Challenge” geben Eltern vor, sie bekämen gerade einen Videoanruf vom “neuen Lehrer” ihres Kindes. Wenn die Eltern ihren Kindern das Bild auf dem Smartphone zeigen, ist darauf jedoch eine Person mit einer körperlichen Behinderung zu sehen. Das Bild soll die Kinder mehr oder weniger “erschrecken”.

Für die betroffenen Personen ist die neue Challenge allerdings ganz und gar nicht lustig. Die Aktivistin Lizzie Velasquez, die mit dem Marfanoid-Progeroid-Lipodystrophie-Syndrom geboren wurde, fand ihr Gesicht in gleich mehreren Videos wieder. Auf Tiktok postete sie einen dringenden Appell.

@littlelizziev

It happened again…Here’s some ways you can help make a change! #TodayILearned #newteacherchallenge #facetimeprank

♬ original sound – littlelizziev

Nutzer weigern sich, Videos zu entfernen

“Wenn Sie ein Erwachsener sind, lehren Sie Ihren Kindern bitte nicht, dass es in Ordnung ist, Angst vor jemandem zu haben, der anders aussieht”, sagte sie. “Dies ist ein Trend, der aufhören muss. Weil wir Menschen sind. Wir haben Gefühle.”

Velasquez’ Krankheit hält sie davon ab, an Gewicht zuzunehmen. Das beeinflusst ihre Gesichtsstruktur und macht sie auf einem Auge blind. Durch die fragwürdige Tiktok-Challenge würden Kinder lernen, dass es in Ordnung sei, über das körperliche Erscheinungsbild anderer zu lachen, sagt die 31-Jährige. Nutzer, die ihr Bild auf Tiktok verwendet hätten, habe sie sogar angeschrieben – einige hätten sich aber geweigert, das Video zu entfernen.

“Empathie beginnt zu Hause”

Die Behindertenaktivistin Melissa Blake verurteilt den neuen Tiktok-Trend zutiefst. Sie wurde mit dem Freeman-Sheldon-Syndrom geboren, einer genetischen Knochen- und Muskelerkrankung. Ihr Aussehen und ihre Internetaktivitäten hätten in der Vergangenheit eine ganze Reihe an Reaktionen ausgelöst, schreibt Blake in einem Blogbeitrag: “Weil ich anders aussehe, haben mich Leute ’ekelhaft’ genannt oder auch ’Blobfish‘, bis hin zu der Forderung, dass mir bitte das Posten verboten werden solle.”

Die Tiktok-Challenge finde sie alles andere als lustig: “Ich lache nicht, weil nichts davon lustig ist. Ich bin absolut angewidert”, schreibt Blake. Eltern rät sie, nicht bei der Challenge mitzumachen. “Bitte. Alles, was diese Kinder über Empathie und Freundlichkeit wissen müssen, beginnt zu Hause.”

Blake weist darauf hin, dass jeder vierte Erwachsene in den USA an einer Behinderung leide. “Es muss zur Normalität werden, Menschen zu sehen, die nicht wie wir oder unsere Familienmitglieder aussehen. Wir müssen der nächsten Generation beibringen, dass unsere Differenzen gefeiert, nicht gefürchtet oder verspottet werden sollten”, schreibt sie.

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